Carlo Maratta (1625–1713) war ein bedeutender italienischer Maler des Barock, der vor allem in Rom wirkte und als Vertreter eines klassischen, ausgewogenen Barockstils gilt. Geboren in Camerano bei Ancona, wurde Maratta stark von den Werken Raffaels und der römischen Hochrenaissance beeinflusst, kombinierte diese Einflüsse jedoch mit der Dynamik und Dramatik des Barock. Seine Gemälde zeichnen sich durch harmonische Kompositionen, klare Figurenführung und eine feinsinnige Lichtbehandlung aus, die seinen Werken sowohl Anmut als auch Tiefe verleihen.
Maratta schuf überwiegend religiöse Szenen, Altarbilder und Porträts, die durch eine ruhige Eleganz und ein edles Kolorit bestechen. Neben seiner Malerei spielte er eine wichtige Rolle als Lehrer und Förderer junger Künstler in Rom. Heute gilt Carlo Maratta als einer der zentralen Vertreter des römischen Klassizismus im Barock, dessen Werk die Verbindung von technischer Meisterschaft und geistvoller, klarer Bildsprache beispielhaft zeigt.