- Originaltitel
- Beethovenfries
- Entstehungsjahr
- 1901-01-01
- Technik
- Kaseinfarben, Stuckauflagen, Zeichenstift, Applikationen aus Glas, Perlmutt und Goldauflagen auf Mörtel
- Originalmaße
- 365 × 215 cm
Beethovenfries - Gustav Klimt
Gustav Klimts "Die Sehnsucht nach Glück" gehört zu den eindrucksvollsten Teilen des Beethovenfrieses und verbindet ornamentale Pracht mit symbolistischer Bildsprache. Die langgestreckte Komposition entfaltet sich wie ein monumentales Wandbild, in dem Figuren, Linien und kostbare Materialien zu einem rhythmischen Gesamtklang verschmelzen. Das Spiel aus Gold, hellem Elfenbein und dunkleren Akzenten erzeugt eine feierliche, beinahe musikalische Wirkung. Inhaltlich verweist das Werk auf den menschlichen Wunsch nach Erlösung und Glück – ein zentrales Thema des Wiener Jugendstils.
Klimt schuf den Fries 1901/02 für die große Beethoven-Ausstellung der Secession in Wien. Die heute in der Österr. Galerie im Belvedere bewahrte Arbeit wurde direkt auf Mörtel ausgeführt und mit Perlmutt, Glas und Goldauflagen veredelt. Diese Technik verleiht der Oberfläche einen wechselnden Glanz und macht das Werk zu einem Höhepunkt seines monumentalen Schaffens. Als Wandbild verbindet es malerische und dekorative Elemente auf einzigartige Weise.
Die ornamentale Gliederung führt den Blick waagrecht durch die Szene und betont den Charakter eines erzählerischen Bildbandes. Die Figuren erscheinen stilisiert und flächig, zugleich aber von großer Ausdruckskraft. Goldene Partien und schimmernde Applikationen setzen prägnante Akzente, während hellere Zonen die Komposition öffnen. Der dekorative Reichtum steht nicht für bloßen Schmuck, sondern für die Idee einer künstlerisch gesteigerten, seelischen Erfahrung.