Henri Lehmann (1814–1882) war ein deutsch-französischer Maler und Porträtist, der vor allem für seine akademischen Historien- und Genrebilder bekannt ist. Geboren in Kiel, studierte er zunächst in Deutschland, bevor er nach Paris übersiedelte und Schüler von Jean Auguste Dominique Ingres wurde. Lehmann entwickelte einen Stil, der klassische Komposition, klare Linienführung und sorgfältige Farbgebung verbindet, wodurch seine Werke Eleganz, Harmonie und technische Präzision ausstrahlen.
Neben Historien- und Genrebildern schuf Lehmann zahlreiche Porträts, die durch psychologische Tiefe und realistische Darstellung der Charaktere überzeugen. Als Lehrer an der École des Beaux-Arts beeinflusste er eine ganze Generation französischer Künstler. Heute gilt Henri Lehmann als bedeutender Vertreter der akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts, dessen Werke technische Virtuosität mit ästhetischer Klarheit und erzählerischer Qualität verbinden.