Jacopo de’ Barbari (um 1460–1516) war ein venezianischer Maler und Grafiker der Renaissance, der durch seine innovative Verbindung italienischer und nordeuropäischer Bildtraditionen hervorstach. Über seine Ausbildung ist wenig bekannt, doch seine Werke zeigen eine enge Beziehung zur venezianischen Malerei des späten 15. Jahrhunderts. Besonders berühmt wurde de’ Barbari durch seine monumentale Vogelperspektiven-Karte von Venedig, ein technisch wie künstlerisch herausragendes Werk, das sein tiefes Verständnis für Geometrie, Perspektive und städtische Struktur demonstriert. Auch seine Kupferstiche und Holzschnitte, die Eleganz mit feinem Detailreichtum verbinden, fanden große Verbreitung.
Um 1500 verließ Jacopo de’ Barbari Italien und arbeitete fortan an deutschen Höfen, unter anderem in Nürnberg, Wittenberg und Brandenburg. Dort beeinflusste er Künstler wie Albrecht Dürer, insbesondere in Fragen der Proportionstheorie und der anatomischen Darstellung. Seine Malerei zeigt eine Mischung aus venezianischer Farbigkeit und nordischer Präzision, oft mit mythologischen oder allegorischen Themen. De’ Barbari gilt heute als wichtige Brückenfigur zwischen den Kunstwelten Italiens und Nordeuropas – ein Künstler, dessen Werk gleichermaßen von Intellekt, Experimentierfreude und technischer Raffinesse geprägt ist.