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Ratgeber

Der Kuss von Gustav Klimt: Das Meisterwerk der Goldenen Phase

5 Min. Lesezeit · 7. Oktober 2026

Ein Liebespaar, eingehüllt in Gold, am Rand einer Blumenwiese: Gustav Klimts Kuss ist das bekannteste Gemälde Wiens. Wie das Bild entstand, was die Muster bedeuten und wer das Paar gewesen sein könnte.

Der Kuss (Liebespaar) von Gustav Klimt, 1908/09

Gold, Ornamente und ein Paar, das die Welt um sich vergessen hat: Der Kuss ist das berühmteste Gemälde von Gustav Klimt und eines der bekanntesten Liebesbilder überhaupt. Es ist der Höhepunkt seiner „Goldenen Phase“ – und zeigt, wie Klimt Malerei, Kunsthandwerk und Symbolik zu etwas ganz Neuem verband.

Der Kuss auf einen Blick

Titel Der Kuss (Liebespaar)
Künstler Gustav Klimt (1862–1918)
Entstehung 1908/09, Wien
Technik Öl auf Leinwand mit Blattgold und Blattsilber
Originalgröße 180 × 180 cm
Standort Oberes Belvedere, Wien
Stil Jugendstil / Wiener Secession
„Der Kuss“ von Gustav Klimt: Darstellung eines eng umschlungenen Paares, umrahmt von goldenen und ornamentalen Mustern, symbolisierend Liebe und Leidenschaft im Jugendstil.

Als Kunstdruck

Der Kuss

Gustav Klimt

Auf Leinwand oder als Poster, in Ihrer Wunschgröße – auf Wunsch mit Rahmen oder Passepartout. Handgefertigt in Deutschland.

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Entstehung: vom Skandal zum Staatsankauf

Klimt war um 1900 einer der umstrittensten Künstler Wiens. Seine Deckenbilder für die Universität hatten heftige Proteste ausgelöst, viele Kritiker hielten seine Kunst für anstößig. Umso bemerkenswerter ist, was mit dem Kuss geschah: Klimt zeigte das Bild 1908 – noch unter dem Titel „Liebespaar“ – auf der Wiener Kunstschau, einer großen Ausstellung der Klimt-Gruppe. Noch während der Ausstellung kaufte der österreichische Staat das Gemälde für die Moderne Galerie, die Vorgängerin des heutigen Belvedere. Der Preis war mit 25.000 Kronen außergewöhnlich hoch.

Seitdem hat das Bild Wien nicht mehr verlassen. Heute ist es das Herzstück des Oberen Belvedere und eines der meistbesuchten Kunstwerke Österreichs.

Was zeigt das Bild?

Ein Mann und eine Frau knien am Rand einer Blumenwiese, die an der unteren rechten Ecke abrupt endet – als stünden sie an einem Abgrund. Der Mann beugt sich über die Frau, umfasst ihr Gesicht und küsst sie auf die Wange. Sein eigenes Gesicht sehen wir nicht. Die Frau hat die Augen geschlossen, eine Hand liegt um seinen Nacken, ihre Füße krallen sich in die Wiese.

Beide sind in einen gemeinsamen goldenen Umhang gehüllt, der sie wie eine Aura umgibt. Der Hintergrund ist ein schimmerndes, fast leeres Goldfeld. Raum und Zeit scheinen aufgehoben – nur das Paar existiert.

Die Bedeutung der Muster

Klimt arbeitete mit Gegensätzen, die man erst auf den zweiten Blick bemerkt:

  • Das Gewand des Mannes ist mit schwarzen, weißen und grauen Rechtecken gemustert – klare, eckige Formen, die als männlich gelten.
  • Das Kleid der Frau zeigt Kreise, Spiralen und farbige Blumen – weiche, organische Formen, die als weiblich gedeutet werden.
  • Der gemeinsame Goldmantel verbindet beide Muster zu einer Einheit. Viele sehen darin das eigentliche Thema des Bildes: die Verschmelzung zweier Menschen in der Liebe.

Die Spannung bleibt dennoch spürbar. Die Frau wirkt zugleich hingegeben und zurückhaltend, der Rand der Wiese deutet eine Gefahr an. Der Kuss ist darum nicht nur ein Bild des Glücks, sondern auch eines der Zerbrechlichkeit.

Die Goldene Phase

Gold spielte in Klimts Leben früh eine Rolle: Sein Vater war Goldgraveur, Klimt selbst lernte an der Kunstgewerbeschule. 1903 reiste er nach Ravenna und sah dort die glänzenden byzantinischen Mosaike der Kirche San Vitale – ein Erlebnis, das ihn tief beeindruckte. In den folgenden Jahren entstanden die Bilder seiner Goldenen Phase, in denen Blattgold und flache, ornamentale Flächen zum Markenzeichen wurden.

Zu dieser Zeit gehören neben dem Kuss das Bildnis Adele Bloch-Bauer I (1907), das 2006 für rund 135 Millionen US-Dollar an die Neue Galerie in New York verkauft wurde, die Drei Lebensalter der Frau und der Entwurf des Lebensbaums für das Palais Stoclet in Brüssel. Schon 1902 hatte Klimt für die Ausstellung der Wiener Secession den Beethovenfries geschaffen.

Wer ist das Paar?

Klimt hat sich dazu nie geäußert. Eine beliebte Vermutung ist, dass er sich selbst und seine langjährige Lebensgefährtin, die Modeschöpferin Emilie Flöge, dargestellt hat. Andere sehen in der Frau ein anderes Modell. Belegen lässt sich keine dieser Deutungen – und vielleicht ist genau das gewollt: Das Paar soll nicht zwei bestimmte Menschen zeigen, sondern die Liebe selbst.

Gustav Klimt und die Wiener Secession

Gustav Klimt (1862–1918) war Mitbegründer und erster Präsident der Wiener Secession, einer Künstlervereinigung, die sich 1897 von der konservativen Wiener Künstlerschaft abspaltete. Ihr Ziel: der Kunst ihre Freiheit zurückgeben und Malerei, Architektur und Kunsthandwerk zu einem Gesamtkunstwerk verbinden. Klimts Kuss ist dafür ein perfektes Beispiel – halb Gemälde, halb kostbares Goldschmiedewerk.

Der Kuss als Kunstdruck

Der Kuss ist quadratisch – ein Format, das an der Wand besonders ruhig und ausgewogen wirkt. Als Kunstdruck eignet er sich hervorragend über dem Bett, über einem Sofa oder als Blickfang im Flur. Ab etwa 60 × 60 cm kommen die feinen Ornamente gut zur Geltung; große Formate bis 100 × 100 cm wirken fast wie das Original.

Die Goldtöne entfalten sich auf Leinwand besonders warm. Ein schmaler Rahmen in Gold oder Schwarz unterstreicht den edlen Charakter. Alle Werke des Malers finden Sie bei Gustav Klimt, weitere Liebesbilder in der Kollektion Liebe & Romantik.

Häufige Fragen zum Kuss von Klimt

Wo hängt Der Kuss von Klimt?

Im Oberen Belvedere in Wien. Der österreichische Staat kaufte das Bild 1908 direkt auf der Wiener Kunstschau.

Wann hat Klimt den Kuss gemalt?

In den Jahren 1908/09. Erstmals ausgestellt wurde es 1908 unter dem Titel „Liebespaar“.

Wie groß ist das Original?

Das Gemälde ist quadratisch und misst 180 × 180 cm.

Ist auf dem Kuss echtes Gold?

Ja. Klimt verwendete neben Ölfarbe echtes Blattgold sowie Blattsilber. Daher das besondere Schimmern des Originals.

Wer ist das Paar auf dem Kuss?

Das ist nicht bekannt. Vermutet wird, dass Klimt sich selbst und seine Lebensgefährtin Emilie Flöge darstellte – belegt ist das nicht.

Was bedeutet Der Kuss?

Das Bild zeigt die Verschmelzung zweier Menschen in der Liebe: Die eckigen Muster des Mannes und die runden Formen der Frau werden vom gemeinsamen Goldmantel zusammengehalten. Der Abgrund am Wiesenrand deutet zugleich an, wie zerbrechlich dieses Glück ist.

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