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Ratgeber

Petersburger Hängung: Anleitung, Regeln und Ideen für Ihre Bilderwand

4 Min. Lesezeit · 8. Oktober 2026

Viele Bilder, unterschiedliche Formate, scheinbar zufällig und doch harmonisch: Die Petersburger Hängung ist die lebendigste Art, Kunst zu zeigen. Woher sie kommt, welche Regeln gelten und wie Sie Ihre eigene Bilderwand Schritt für Schritt planen.

Petersburger Hängung mit sieben Kunstdrucken von Kandinsky, Klee, Jawlensky und Hilma af Klint über einem hellen Sofa

Die Petersburger Hängung ist die üppigste Form, Bilder aufzuhängen: Viele Werke in unterschiedlichen Größen und Formaten hängen dicht an dicht und ergeben zusammen ein großes Ganzes. Was auf den ersten Blick spontan wirkt, folgt einigen einfachen Regeln. Wer sie kennt, gestaltet eine Bilderwand, die lebendig und trotzdem ruhig wirkt.

Petersburger Hängung auf einen Blick

Prinzip Viele Bilder in verschiedenen Formaten, dicht und frei angeordnet
Auch genannt Salonhängung
Abstand zwischen den Bildern etwa 3–8 cm, möglichst gleichmäßig
Mittelpunkt der Bilderwand auf etwa 145–160 cm Höhe (ohne Möbel darunter)
Abstand über Sofa oder Sideboard etwa 20–30 cm
Anzahl der Bilder meist 5 bis 15, gern eine ungerade Zahl

Woher kommt der Name?

Der Begriff geht auf die Eremitage in Sankt Petersburg zurück. In der riesigen Gemäldesammlung der Zaren hingen die Bilder im 18. und 19. Jahrhundert dicht neben- und übereinander, oft bis unter die Decke – schlicht, weil die Sammlung so groß war. Ähnlich sah es in den Ausstellungen des Pariser Salons aus, weshalb man auch von Salonhängung spricht. Heute ist die Petersburger Hängung keine Platzfrage mehr, sondern ein Gestaltungsmittel: Sie macht aus einer leeren Wand eine persönliche Galerie.

Die 7 wichtigsten Regeln

1. Ein Ankerbild wählen

Beginnen Sie mit dem größten oder wichtigsten Bild. Es kommt in die Nähe der Mitte – nicht zwingend exakt mittig – und gibt der Wand Halt. Alle anderen Bilder gruppieren sich darum.

2. Gleichmäßige Abstände

Der wichtigste Trick für eine ruhige Wirkung: Die Abstände zwischen den Bildern sollten überall ungefähr gleich sein. Bewährt haben sich 3 bis 8 cm. Bei unseren fertigen Bilderwänden beträgt der Abstand 6 cm.

3. Auf die Außenkontur achten

Die Bilder dürfen im Inneren frei springen, die gesamte Gruppe sollte aber eine erkennbare Form haben – etwa ein liegendes Rechteck oder Oval. So wirkt die Wand gewollt und nicht zufällig.

4. Formate mischen

Hochformate, Querformate und quadratische Bilder in verschiedenen Größen machen die Petersburger Hängung spannend. Kleine Bilder füllen Lücken, große setzen Akzente.

5. Eine verbindende Klammer schaffen

Damit die Vielfalt nicht unruhig wird, braucht es etwas Gemeinsames: einheitliche Rahmen, eine wiederkehrende Farbe, ein Thema (zum Beispiel Landschaften oder Porträts) oder eine Epoche. Ein bis zwei solcher Klammern reichen.

6. Gewicht verteilen

Dunkle, farbstarke oder große Bilder wirken schwer. Verteilen Sie sie über die Wand, statt sie auf einer Seite zu sammeln. Ein dunkles Bild links lässt sich mit einem kräftigen Bild rechts ausbalancieren.

7. Erst planen, dann bohren

Schneiden Sie Papierschablonen in der Größe Ihrer Bilder aus und kleben Sie sie mit Malerkrepp an die Wand. Markieren Sie auf jeder Schablone den Aufhängepunkt. So können Sie die Anordnung in Ruhe prüfen und verändern – und bohren erst, wenn alles passt.

Schritt für Schritt zur Petersburger Hängung

  1. Fläche festlegen: Messen Sie die Wand und legen Sie fest, wie groß die Bilderwand insgesamt werden soll. Über einem Sofa sollte sie etwa zwei Drittel seiner Breite einnehmen.
  2. Bilder auf dem Boden auslegen: Ordnen Sie die Bilder (oder Schablonen) zunächst auf dem Boden an. Fotografieren Sie Varianten und vergleichen Sie sie.
  3. Schablonen an die Wand: Übertragen Sie die beste Anordnung mit Papierschablonen und Malerkrepp an die Wand.
  4. Vom Ankerbild aus hängen: Bohren bzw. nägeln Sie zuerst das Ankerbild, dann arbeiten Sie sich nach außen vor.
  5. Abstände kontrollieren: Ein Zollstock oder ein zugeschnittenes Holzstück in Abstandsbreite hilft, alle Abstände gleich zu halten.

Ihre Petersburger Hängung vorab am Bildschirm planen

Noch einfacher als mit Papierschablonen geht es mit unserem Bilderwand-Planer: Wählen Sie aus über 8.000 Gemälden, bestimmen Sie für jedes Bild Größe und Rahmen und schieben Sie die Werke frei an der Wand hin und her. Die Vorschau zeigt die Bilder maßstabsgetreu in einem Beispielraum – oder auf einem Foto Ihrer eigenen Wand.

Wer es lieber fertig mag, findet unter Bilderwände von uns abgestimmte Kombinationen, etwa die farbstarke Petersburger Hängung „Abstrakte Moderne“ aus diesem Artikel, „Monets Garten“ oder „Klimt in Gold“. Jedes Motiv lässt sich dort einzeln anpassen.

Welche Motive eignen sich?

Grundsätzlich alles, was Ihnen gefällt. Besonders stimmig wirken Bilderwände, die ein gemeinsames Thema haben:

  • Ein Künstler: etwa Van Gogh, Monet oder Klimt – die Handschrift verbindet automatisch.
  • Eine Epoche: Impressionismus, Expressionismus oder die abstrakte Moderne.
  • Ein Motiv: Blumen, Meer, Tiere oder Porträts – Anregungen finden Sie in unseren Kollektionen.
  • Eine Farbe: Blau- und Grüntöne wirken ruhig, Gelb und Rot lebendig.

Häufige Fragen zur Petersburger Hängung

Was ist eine Petersburger Hängung?

Eine Art der Bilderwand, bei der viele Bilder in unterschiedlichen Formaten dicht und frei angeordnet werden. Der Name stammt von der Eremitage in Sankt Petersburg, wo Gemälde früher dicht an dicht hingen.

Welcher Abstand zwischen den Bildern ist richtig?

Etwa 3 bis 8 cm. Wichtiger als der genaue Wert ist, dass die Abstände überall ungefähr gleich sind.

Wie viele Bilder braucht eine Petersburger Hängung?

Ab etwa fünf Bildern entsteht der typische Effekt. Viele Bilderwände haben 7 bis 15 Bilder; nach oben gibt es keine Grenze.

Müssen alle Rahmen gleich sein?

Nein. Einheitliche Rahmen beruhigen eine bunte Motivauswahl, gemischte Rahmen passen gut zu einem einheitlichen Thema. Ein verbindendes Element sollte es aber geben.

Wie hoch hängt man eine Bilderwand?

Der Mittelpunkt der gesamten Gruppe sollte etwa auf Augenhöhe liegen, also bei 145 bis 160 cm. Über Möbeln beginnt die Bilderwand etwa 20 bis 30 cm über der Oberkante. Mehr dazu in unserem Ratgeber Bilder aufhängen: die richtige Höhe.

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