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Weitere Informationen zu: Albrecht Dürers „Alte Frau mit Geldsack“

Albrecht Dürers „Alte Frau mit Geldsack“ ist ein knappes, aber außerordentlich vielschichtiges Bild zwischen Porträt, Allegorie und Vanitas. Die Darstellung der gealterten Frau als Halbakt verbindet schonungslose Körperbeobachtung mit symbolischer Deutung und macht das Werk so ungewöhnlich eindringlich.

Entstehungshintergrund

Das 1507 entstandene Bild gehört in die reife Phase des Nürnberger Künstlers und zeigt Dürers Interesse an präziser Naturbeobachtung ebenso wie an moralisch aufgeladenen Bildthemen. Die Tafel ist auf Lindenholz gemalt und misst nur 35 × 29 cm; sie befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Bekannt ist sie auch als Rückseite eines Porträts eines jungen Mannes, was den Charakter eines bewusst komponierten Gegenstücks nahelegt.

Bildkomposition und Details

  • Figur: Die alte Frau ist frontal und nah ins Bild gerückt, wodurch ihr Körper und ihre Mimik mit großer Unmittelbarkeit erscheinen.
  • Attribut: Der Geldsack lenkt die Deutung in Richtung Avaritia, also Geiz, und verankert das Bild im Themenkreis von Tugend und Laster.
  • Farbigkeit: Braune und beige Töne bestimmen die Wirkung; sie unterstreichen die Nüchternheit und verzichten auf dekorative Ablenkung.
  • Spannung: Dürer verbindet nüchterne Körperlichkeit mit symbolischer Überhöhung, sodass das Bild zwischen Studie und Moralbild oszilliert.

Bedeutung

Das Werk zeigt, wie eng in der Renaissance Körperdarstellung und moralische Aussage verknüpft sein konnten. Gerade die Verbindung von Alter, Geld und Verletzlichkeit verleiht „Alte Frau mit Geldsack“ eine beklemmende, bis heute moderne Wirkung.

Beratung und individuelle Anfragen

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