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Weitere Informationen zu: Edgar Degass „Die Schlacht bei Poitiers“

Mit „Die Schlacht bei Poitiers“ greift Edgar Degas eine berühmte Historienkomposition von Eugène Delacroix auf und verdichtet den Moment des Gefechts zu einer spannungsvollen Bildszene. Das Werk verbindet dramatische Körperbewegungen mit einer nüchternen, fast studienhaften Erfassung der Figuren und wirkt dadurch zugleich erzählerisch und analytisch.

Entstehungshintergrund

Die freie Kopie entstand um 1880 und bezieht sich auf Delacroix’ Gemälde von 1830. Degas wählte für die Umsetzung Öl auf Leinwand und orientierte sich an einem Thema, das tief in der französischen Geschichte verankert ist: der Schlacht bei Maupertuis im Jahr 1356 während des Hundertjährigen Krieges. Als historisches Bildmotiv steht das Werk in der Tradition der Romantik, wird aber durch Degas’ präzise Zeichnung und seine Kontrolle des kompositorischen Aufbaus neu gelesen.

Bildkomposition und Details

  • Verdichtung:Die kämpfenden Figuren sind eng gruppiert, wodurch die Szene eine enorme innere Spannung erhält.
  • Farbigkeit:Erdige Braun- und Grautöne prägen den Gesamteindruck und verstärken den ernsten, historischen Charakter.
  • Blickführung:Bewegungen, Waffen und Körperachsen lenken das Auge in die Bildmitte und auf den Konflikt zwischen den Parteien.
  • Historischer Fokus:Ritter, Pferde und Waffen verweisen klar auf den Krieg des 14. Jahrhunderts und die Machtinszenierung des mittelalterlichen Gefechts.

Bedeutung

Das Werk zeigt, wie ein historisches Schlachtenbild im 19. Jahrhundert als Träger von Erinnerung, Heldentum und Niederlage gelesen werden konnte. Zugleich macht Degas sichtbar, dass auch eine Kopie ein eigenständiges künstlerisches Statement sein kann.

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