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Weitere Informationen zu: Edgar Degass „Nach dem Bad II“

Edgar Degas zeigt in „Nach dem Bad II“ eine intime Alltagsszene ohne Pathos: eine Frau nach dem Bad, in einer beiläufigen, konzentrierten Haltung. Das Blatt wirkt zurückhaltend und zugleich sehr gegenwärtig, weil Degas den Körper nicht idealisiert, sondern als Teil einer flüchtigen Beobachtung fasst.

Entstehungshintergrund

Die Lithographie entstand 1891/1892, also in Degas’ später Schaffensphase, in der er sich intensiv mit Badenden, Ankleideszenen und dem privaten Innenraum beschäftigte. Die Arbeit befindet sich heute im Art Institute of Chicago. Als Druckgrafik nutzt sie die Möglichkeiten der schwarzen Linie und feinen Tonabstufungen, wie sie für Degas’ experimentellen Umgang mit verschiedenen Medien typisch sind.

Bildkomposition und Details

  • Figur:Der weibliche Körper ist in einer unaufdringlichen, natürlichen Haltung erfasst; gerade die fehlende Pose macht die Szene so lebendig.
  • Reduktion:Der Bildraum bleibt knapp und konzentriert, sodass alle Aufmerksamkeit auf der Körperform und dem momenthaften Gestus liegt.
  • Tonwerte:Schwarze Linien und sanfte Abstufungen erzeugen eine matte, fast atmende Oberfläche, die dem Blatt große Feinheit verleiht.
  • Wirkung:Degas verbindet Beobachtung und Distanz zu einer stillen, modern wirkenden Bildsprache, die weit über die reine Aktdarstellung hinausgeht.

Bedeutung

„Nach dem Bad II“ steht exemplarisch für Degas’ neues Sehen im 19. Jahrhundert: Das Private wird nicht inszeniert, sondern als flüchtiger, ehrlicher Moment gezeigt. Gerade diese Unmittelbarkeit macht das Blatt bis heute so eindrucksvoll.

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