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Weitere Informationen zu: Vincent van Goghs „Schuhe“

Ein Paar abgetragene Stiefel als Sinnbild eines Lebens

„Schuhe“ (Les souliers) aus dem Jahr 1886 gehört zu den unscheinbarsten und zugleich vieldeutigsten Werken Van Goghs. Ein Paar abgetragene, schwere Arbeitsstiefel wird zum alleinigen Motiv eines eindringlichen Stilllebens.

Entstehungshintergrund: Die Pariser Jahre

Van Gogh malte mehrere Versionen abgetragener Schuhe während seiner Zeit in Paris. Anekdoten zufolge soll er gebrauchte Stiefel erworben und sie sogar bewusst durch Wanderungen weiter abgenutzt haben, um sie als Motiv malen zu können. Die Schuhe stehen stellvertretend für harte Arbeit, Mühsal und ein gelebtes Leben.

Bildkomposition und versteckte Details

  • Die Spuren des Gebrauchs: Rissleder, gelöste Schnürsenkel und Abnutzung erzählen wortlos von langen Wegen und körperlicher Arbeit.
  • Der schlichte Hintergrund: Van Gogh verzichtete auf jegliche Ablenkung und rückte die Stiefel ganz in den Mittelpunkt.
  • Erdige Farbigkeit: Die gedämpften Braun- und Ockertöne unterstreichen die Bodenständigkeit des Motivs.

Philosophische Wirkung und Verbleib

Kaum ein anderes Stillleben hat so viele Denker beschäftigt: Der Philosoph Martin Heidegger machte Van Goghs Schuhe zum Ausgangspunkt einer berühmten kunstphilosophischen Betrachtung, an die später weitere Gelehrte anknüpften. Fassungen des Motivs befinden sich unter anderem im Van Gogh Museum in Amsterdam und im Metropolitan Museum of Art in New York.

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